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Hilfe, uns ist ein Hund passiert!

Als Elisa uns passierte, wollten wir gar keinen Hund. Dafür hatten wir gute Gründe: Beide Vollzeit berufstätig, Wohnung im 2. Stock, reisen gerne, viel unterwegs. Außerdem macht ein Hund Dreck und Arbeit und davon hatten wir sowieso schon mehr als genug.

Ich bin mit Hunden groß geworden und als mein letzter Pflegehund gestorben war, lebte ich einige Jahre nur mit Gelegenheitshunden. Bis ich auf die Idee kam, als ehrenamtliche Spaziergängerin im Tierheim anzuheuern - nur für den guten Zweck und ohne einen Hund zu übernehmen, natürlich. Vier Wochen später zog Elisa bei uns ein.

 

Dieses struppige Mischlingsmädchen hatte beschlossen, dass sie jetzt bei unserem 2-Personen-Rudel mitmacht und wir uns gar nicht dagegen wehren können. Etliche Diskussionen, Checklisten und Rechenexempel (von "Kosten" über "Betreuung" bis "Tierarzt") später waren wir überzeugt, dass es schlechtere Hundebesitzer als uns geben könnte. Immerhin arbeitet ER im Schichtdienst, sodass oft wenigstens einer von uns zu Hause ist. Unsere Wohnung ist gar nicht so klein, die Treppe nicht so steil, vor der Tür ist ein Park und in der Nähe kann man gut spazieren gehen. Mal ganz davon abgesehen, dass man auch mit Hund schöne Reisen machen kann. Und überhaupt: Elisa zeigte sich bei unseren Besuchen im Tierheim immer von ihrer besten Seite und das mit der Erziehung würden wir schon hinkriegen. So weit der Plan.

 

Ich hatte zwar Erfahrung mit Hunden zwischen fünf und fünfundsiebzig Kilo, allerdings waren die meisten davon keine Tierschutzhunde aus dem Ausland mit unbekannter Vergangenheit und es hatte freundlicherweise immer schon jemand anderes die Erziehungsarbeit übernommen. Dass es einen Unterschied macht, ob man einen alternden Leonberger hinter sich hertrotten lässt oder versucht, einem pubertierenden, ungarischen Straßenhund Manieren beizubringen, war mir bewusst. Trotzdem hielt Elisa die ein oder andere Überraschung für uns bereit, die uns zeitweise an den Rand der Ratlosigkeit brachte.

 

Von Angst und Unsicherheit über Pöbeln und Scheinattacken bis hin zu Jagdtrieb und temporärer Taubheit bei Rückruf hatten wir innerhalb kürzester Zeit zu jeder Lösung in der Welt der Hundeflüsterer, -versteher und -gurus das passende Problem.

 

Seitdem schlage ich mich durch den deutschen Hundedschungel, verschlinge Bücher, klicke mich durch Foren, besuche Seminare und Messen. Dabei frage ich mich mehr als ein Mal, was ich von all dem jetzt eigentlich halten soll und wann Elisa endlich aufhört, unsere Socken in ihrem Körbchen zu horten. 

 

 

 

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